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Kategorie: Spitzensport

Im Hier und Jetzt sein

„Im Hier und Jetzt sein“

ist eine der wichtigsten mentalen Fertigkeiten angesichts einer Herausforderung und entscheidend für den Erfolg. Nur wer konzentriert im Augenblick des Handelns ist, kann alle verfügbare Energie auf den Punkt des Tuns richten und seine Fähigkeiten ungebremst zur Geltung bringen – oder wie man im Sport formuliert: „Die Fähigkeiten abrufen“.

Ist man das nicht, sorgt man sich über den Ausgang des Wettkampfs, will etwas beweisen, oder ist mit der Erwartungshaltung anderer beschäftigt. Das sind Gedanken über die Zukunft, die zu Stressblockaden führen und Angst vor dem Versagen erzeugen.

Denkt man jedoch darüber nach, ob man sich gut genug vorbereitet und was im Training noch nicht richtig funktioniert hat, oder man will gar Fehler aus dem letzten Wettkämpf vermeiden, ist man auf das Negative fokussiert und in der Vergangenheit gelandet. Das untergräbt das Selbstbewusstsein und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten.

Also an was solltest du denken, wenn du am Start stehst? Welche Gedanken hast du genau in diesem Moment? Denkst du an deine Trainingsresultate, vergangene Wettkämpfe, oder machst Du Dir Ergebnisdruck? Beschäftigst Du Dich mit deinen Gegnern, oder bist du erfreulicherweise völlig

im Hier und Jetzt, im Augenblick des Tuns?

“When our brains get caught up in thoughts from the past…or thoughts of the future…it creates a stress response, and we can’t use the part of the brain that keeps us engaged in the moment,” says Dr. Kristen Race, Ph.D“

(Wenn unser Gehirn mit Gedanken aus der Vergangenheit beschäftigt ist….oder auch Gedanken an die Zukunft….es erzeugt eine Stressreaktion und wir können dann diesen Teil der Gehirns, welches wir im Augenblick des Tuns benötigen würden, nicht richtig nutzen)

Das bedeutet, dass du als Sportler Deine Bestleistung nur dann abrufen kannst, wenn Du im Augenblick des Tuns im Hier und Jetzt bist, also bei dir bist. Die Vorbereitung auf den Wettkampf findet VOR dem Moment des Starts statt.

Wenn du Ergebniserwartungen vermeidest und es schaffst, im JETZT zu sein, dir deiner Fähigkeiten bewusst bist, einen klaren Wettkampf- Plan hast, die Herausforderung mit Freude annimmst und alles rund um dich herum ausblendest, dann hast du einen idealen Zustand erreicht, um Höchstleistungen zu erbringen. Das Ergebnis ist dann das Bestmögliche.Das Ergebnis ist Zukunft, dein Einsatz erfolgt aber in der Gegenwart. Nur durch dein Verhalten in der Gegenwart kannst du deine Zukunft beeinflussen.

Mach für dich einen kleinen Test, beantworte dir folgende Fragen und werde dir deiner Gedanken vor dem Wettkampf bewusst.

  • Welche Gedanken machst Du Dir über Dein Training?
  • Was denkst Du wenn Du Dehnungsübungen oder Aufwärmübungen vor dem Start machst?
  • Denkst Du vielleicht an das Ergebnis des letzten Wettkampfs
  • Überlegst Du Dir welches Ergebnis Du erwartest
  • Denkst Du manchmal an etwas völlig anderes als an den Wettkampf?
  • Denkst Du an Fehler, die Du vermeiden willst?
  • Überlegst Du was Trainer und/oder Dein Umfeld alles von Dir erwarten?
  • Oder denkst Du gar daran wie gut Deine Konkurrenten sind?

Geh in Dich und schreibe Deine Gedanken auf und entwickle die passenden Strategien und Verhaltensweisen.

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Der Erfolg hat einen Plan

Ein Wunsch ist kein Ziel.

Es ist nichts falsch daran, sich etwas zu wünschen. Aber niemals hat es Jemand es in seiner Sportart geschafft, der Beste zu werden, wenn er sich das  nur gewünscht hat.

Der Satz „Ich möchte unter den Besten der Welt sein“ ist legitim und ist ein Wunsch ebenso wie ein Ziel, aber Der Unterschied ist entscheidend: Ein Wunsch bringt keine Struktur, keine Verbindlichkeit, keine Orientierung, keine Motivation, im Gegenteil. Wer sich etwas nur wünscht, gibt die Eigenverantwortung an jemanden ab, der diesen Wunsch erfüllen soll.

Vorhaben aber, die man aus eigener Kraft erreichen will, sind als Ziele zu definieren. Dafür muss ein Plan entwickelt, systematisch und extensiv trainiert und die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Manche Sportler sind „Wunschwettkämpfer“. Sie geben die Verantwortung ab und hoffen auf Fehler der Konkurrenten, oder finden Ausreden beim Material und Umfeld.

Der erfolgreiche Sportler muss ein „Zielwettkämpfer“ sein – aus eigener Kraft gewinnen.

 „Der Weg zum Ziel beginnt in dem Augenblick, wo du die volle Verantwortung übernimmst“ (Dante)

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Erfolg als Motor

Zum Start der Saison 2017/2018 gab der Schispringer Stefan Kraft dem Kurier ein Interview. Neben Fragen zu seiner Vorbereitung waren vor allem seine Aussagen auf die Frage zu seiner Motivation bemerkenswert. Immerhin war Stefan Kraft der Dominator des letzten Jahres mit dem Gewinn des Gesamtweltcup, Gewinn der Vierschanzentournee und seinem Weltrekordflug auf 253,5 m. Das zu Wiederholen, oder gar im Jahr der Winterolympiade in Südkorea mit Edelmetall zu toppen ist schon eine gewaltige Herausforderung. Außerdem war er im Sommer mit den Begehrlichkeiten der Öffentlichkeit sehr stark gefordert.

Aber Stefan Kraft ist sehr professionell und weiß, dass zu viel Ablenkung Leichtigkeit und Souveränität kostet. Das hat man am Absturz von Peter Prevc letztes Jahr gesehen. Stefan Kraft hat sich nicht „verführen“ lassen und sich auf Training und Vorbereitung konzentriert im O-Ton:“Ich hätte im Sommer viele Einladungen wahrnehmen können, ich wollte aber nicht, dass das auf Kosten des Trainings geht. Ich bin besser drauf, als vor einem Jahr. Zum zweiten Mal so eine Serie hinzulegen ist das große Ziel“.

Nun versucht er sein Glück als erster Springer nach Ahonen (2004/2005) die große Kristallkugel zweimal in Folge zu gewinnen. Mit dieser Einstellung, dem Erfolg alles unter zu ordnen wird ihm das von vielen Seiten auch zugetraut. Ich denke, auch er selbst glaubt daran, schließlich ist das sein erklärtes Ziel. Klare Ziele führen auch auf einen klaren Weg.

Nach dem ersten Weltcupwochenende in Wisla ist er bereits am richtigen Weg. Der Doppelweltmeister belegte in einem schwierigen, wind= beeinflussten Springen den 3. Platz, nur 2,8 Punkte hinter dem Sieger!

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Zuerst zum Training, dann zum Sieg

Es gibt Spitzensportler im Schirennsport, die sind wahre Trainingsweltmeister und versagen dann im Rennen, andere wieder, die schlagen unerwartet bei einzelnen Rennen zu, obwohl sie im Training nichts  weiter gebracht haben. Das sind aber Ausnahmen.

In Wahrheit funktioniert nur der systematische Aufbau in einem extensiven Training für den Erfolg im Wettkampf. Erst wenn der Sportler im Training die Sicherheit auf höchsten Niveau gefunden hat, wird er mit Selbstbewusstsein in den Wettkampf gehen. Am Start kann er den entscheidenden Fokus auf die Linie und Schlüsselstellen  legen und im Vertrauen in seine Fähigkeiten loslegen. Wer so starten kann, der ist auch bereit ans Limit zu gehen und wird Erfolg haben.

Mikaela Shiffrin, mehrfache Weltmeisterin, Olympiasiegerin und Weltcupgesamtgewinnerin ist sich kurz vor Beginn der Wintersaison 2017/2018 bewusst, dass es an der Spitze wieder starke Konkurrenz geben wird. Aber genau diese Herausforderung liebt sie und spornt sie an.

Vor dem Start in Sölden sagte sie Folgendes: „Am liebsten möchte ich im kommenden Winter alle Saisonrennen gewinnen. Ich will ja die beste Skifahhrerin der Welt sein und bin deshalb prinzipiell für die Trainings motivierter als für die Rennen“.

Das ist eine starke, erfolgsversprechende Aussage.

Zitat:

Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will   (F.Lloyd Wright)

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Freude an der Herausforderung

Was haben Marcel Hirscher, Manuel Feller und Roger Federer gemeinsam? „Die Herausforderung im Spitzensport; allerdings geht jeder auf seine Art und Weise damit um!“

Marcel Hirscher nach seinem Sie im Slalom in Ktzbühel am 18.1.2016

Der Kurier zitierte M.Hirscher in seinem Interview: „Heute bin ich selbst sprachlos“. Was meinte er damit? Nach dem ersten Durchgang hatte er den Sieg bereits abgeschrieben. Zu schlecht sein  Gefühl und sein Erlebnis und zu groß der Zeitrückstand. Aber Hirscher nahm die Herausforderung an und setzte im Bewusstsein seines Könnens auf volles Risiko. Er legte einen Lauf hin, der allgemein als der spektakulärste bezeichnet wurde, der jemals auf dem Ganserlhang zu bestaunen war. Aber was sagte der Bestaunte selbst zu seiner Leistung? Er war baff erstaunt und meinte: „Das habe ich mir nicht gedacht, ich bin gerade selbst ein bisschen sprachlos“.

Wenn sie meinen Blog Das innere Spiel im Sport“ vom 18.12.2016 gelesen haben, dann wissen Sie, was Hirscher damit (vielleicht unbewusst) zum Ausdruck gebracht hat.

Der Sportpädagoge Thimothy Gallway- Entwickler von „Das Innere Spiel„(Innergame) – stellt nämlich klar, dass vermeidbare Selbstbeschränkungen wie Anspannung, Selbstzweifel, Selbstkritik und Versagensängste erfolgreiches Agieren verhindern können, die Handlungen werden verkrampft, mistimed und ineffektiv.

Wenn der Sportler jedoch keine Zweifel hat, fließen seine Handlungen in einer Art mühelosem Excellence,  „Athletes have called this state, “playing in the zone.” Generally at these times our mind is quiet anals) was als Flow bezeichnet werden kann. But whatever it’s called, when we’re there, we excel, we learn, and we enjoy ourselves“. In diesen Momenten ist der Geist ruhig und konzentriert, man kann auch experimentieren. Alles läuft mühelos.

Manuel Feller nach seinem Einfädler bereits beim zweiten Tor im selbigen Slalom in Kitzbühel:

Der Mann mit dem leuchtend grünen Schnauzer stand kopfschüttelnd im Ziel. „Es ist fast schon zum Weinen. Ich bin ziemlich ratlos. Woran es liegt weiß ich auch nicht. Der Schnauzer stand für die Farbe, die ich im Ziel sehen wollte. Das war wohl nicht so gut“.[…] „Jetzt habe ich vier Einfädler in dieser Saison, das verstehe ich nicht“. Erklärungsversuche hatte Feller bereits in Wengen und in Zagreb gestartet. Der hochbegabte Draufgänger, der immer Top oder Flop fährt, möchte unbedingt das Ticket für die WM in St. Moritz lösen und will nun den Erfolg erzwingen.

Seine Erwartungshaltung, sein Wunsch sich zu platzieren lässt es offensichtlich nicht zu, sich auf das Wesentliche – seine Fahrt und Linie – voll zu konzentrieren. Seine Gedanken sind zu sehr schon beim Ergebnis, er hat Stress, vielleicht auch Versagensangst es nicht zu schaffen. So scheitert man leicht im Moment des Tuns, wenn die Gedanken vorauseilen(siehe auch Blog vom 2.01.2017 „Im Augenblick sein“)

Roger Federer beim aktuellen Grandslam 2017 in Melbourne

In einem Interview in der TT vom 25.01.2017 sagte er folgendes: „Ich hätte mir nie gedacht, dass ich bei diesem Turnier so gut spiele. und bis ins Halbfinale komme“. Das sagt ein Roger Federer, 17-facher Grandslam Gewinner und 36 Jahre alt.

Es ist die wieder entdeckte Leichtigkeit nach seiner sechsmonatigen Auszeit wegen einer Knieverletzung. Er kam, erwartete wenig und nun eilt er von Sieg zu Sieg: „Es ist schon ein wenig verrückt, das muss ich zugeben“

Aber so verrückt ist das nicht. Er denkt nicht an den Erfolg, er will einfach Spaß und tolle Wettkämpfe mit seinen Konkurrenten haben. Er spielt sein bestes Spiel aus voller Überzeugung. Keine Zweifel, kein Ergebnisdruck und keine fixen Zielsetzungen stressen ihn. Thymothy Gallway hatte seine wahre Freude mit Ihm.

27.01.2017
Roger Federer hat sein Endspiel gegen Rafael Nadal gewonnen und damit Tennisgeschichte geschrieben.

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Im Augenblick sein

Am 8.10. und 6.12.2016 habe ich zu Österreichs Slalomspezialisten Manuel Feller die Artikel „Selbstbestimmtheit versus Zielorientiertheit“ und „Bewältigungsglaube“ geschrieben. Anlässlich des Slaloms in Zagreb am 5.01.2017 möchte ich noch eine weitere Begebenheit hinzufügen.

Manuel Feller hat es geschafft. Er hat im ersten Durchgang Bestzeit gefahren, er war zum ersten Mal schneller als alle anderen Konkurrenten, die sonst vor ihm liegen. Bei seinem Kampfgeist, seiner Technik und fantastischem Grundspeed war das nur eine Frage der Zeit. Jetzt steht er als Letzter oben, alles schaut auf ihn und er will gewinnen. Er stößt sich ab und fädelt schon beim zweiten Tor ohne Not ein. Es war eine normale leichte Torkombination im durchschnittlich steilen Gelände auf guter Piste.

Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß für Ihn. Wie ist so etwas nur möglich?

Beim anschließenden TV-Interview versucht er das Geschehene zu erklären, aber man merkt ihm an, dass er es nicht wirklich begründen kann und wirkt ziemlich verunsichert.

Als Zuseher weiß man natürlich nicht, was ihm beim Start durch den Kopf gegangen ist. In solchen Augenblicken ist der Druck sehr groß. Da gibt es  ganz bewusste Gedanken wie die Linie, Schlüsselstellen, eine bestimmte Willensbildung. Aber es laufen auch ganz unbewusste Denkvorgänge ab, intensive Gefühle, Bilder und Ergebniswünsche. Wünsche sind Zukunft und Gefühle sind mächtig und steuern unser Verhalten, bzw. haben im Sport Einfluss auf die Bewegungsablaufqualität.

Ich denke, er war nicht im Augenblick des Tuns. Seine Gedanken waren vielleicht zu weit vorausgeeilt, er will schnell sein, schon einige Tore weiter, bei den Schlüsselstellen und vor allem beim gewünschten Ergebnis und dem Jubel im Ziel. So was geht ganz leicht, welcher Spitzensportler will nicht gewinnen. Aber kann ein Ergebnis gefahren werden?

Nein, das Ergebnis ergibt sich dadurch, dass der Sportler sich zuerst der Herausforderung stellt, immer im Augenblick des Tuns ist, den Fokus auf jeden Moment der Aufgabe gerichtet hat, und dadurch imstande ist, auf seinem höchstem Niveau und am Limit zu fahren, idealerweise im Flow.

Das Ergebnis ist Zukunft, die Fahrt durch den Parcours erfolgt aber in der Gegenwart. Nur in der Gegenwart kann ich die Zukunft beeinflussen. Diese wichtige Positionierung kann mit mentaler Konditionierung kontrolliert werden.

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Freier Kopf – starker Fokus

Über Andreas Felder, Manuel Fettner, Thomas Diethart……….

Andreas Kofler rechnete nach seinen Leistungen in der letzten Saison eher an ein Karriereende, als mit einer Rückkehr an die Weltspitze.

Auf der Suche nach der Leichtigkeit früherer Tage hat er über den Sommer fast alles auf den Kopf gestellt. Er hat noch einmal von vorne begonnen und sich auf ganz neue Sachen eingelassen. Er hat sich die Unbeschwertheit der Jungadler abgeschaut. „ Wenn Du noch jung bist, machst Du Dir noch nicht so viel Gedanken und gehst alles lockerer an“. (Kurier 7.12.16)

Der Tiroler war immer einer der größten Tüftler. Die Suche nach dem perfekten Material und dem idealen Stil hat ihn viel Kraft gekostet und letztenendes verunsichert. „dadurch ist der Spaß flöten gegangen und ich war deprimiert“

Mit seinem neuen Motto springt der Tiroler jetzt wieder eindeutig besser: “Ich schaue einfach, wie weit ich komme“. Er platzierte sich in den Top 10 bereits als 8. /6. /8. Und hat wieder viel Freude am Springen.

Manuel Fettner ist nach insgesamt 15 Jahren Weltcup und seinem jetzt zweiten 3. Platz nach sechs Jahren Durststrecke extrem dankbar und glücklich. Warum er gerade in diesem Winter wieder zu neuen Erfolgen abhebt erklärt er knapp:“Ich konzentriere mich auf das Wesentliche und bin konsequent am Streichen von Sachen“.

Früher verzettelte er sich in den Material- Anzug- Schuh- oder Bindungsdetails, bis er gemerkt hat, das er seine Trainingsarbeit allgemeiner halten muss. Er änderte den Umfang seines technischen Trainings und ließ auch anderes in sein Leben: „Ich habe gelernt, mehr auf mich zu hören und Entscheidungen für mich zu treffen“. (TT 28.11.16)

Er ist jetzt wieder frei im Kopf, locker und mit mehr Freude bei seinem geliebten Sport. Er grübelt jetzt nicht mehr über die gemachten Fehler der Vergangenheit und versucht krampfhaft sie zu vermeiden, sondern ist mehr darauf konzentriert, was er richtig machen kann. So springt es sich im wahrsten Sinne des Wortes leichter und weiter.

Mit dieser neuen Motivation und seiner Routine, sprang er gleich beim ersten Bewerb in Kuusamo/Finnland auf das Stockerl. Das gibt neue Sicherheit und das Selbstvertrauen ist wieder zurück.

Thomas Diethart gelang 2013/2014 innerhalb kürzester Zeit der Aufstieg vom Kontinentalcup-Springer zum Tourneesieger. Im gleichen Jahr holte er Silber mit dem Team. Dann ging es unaufhaltsam bergab. Derzeit springt er im FIS-Cup.

Es folgte ein schwerer Sturz in Brotterode und ein weiter im Training in Stams. Am Tiefpunkt begann er zu grübeln: Warum ist das passiert?Was hat nicht gepasst?Liegt der Fehler bei mir?…..Es waren Kleinigkeiten die nicht mehr gepasst haben. Aber beim Schispringen haben Kleinigkeiten große Auswirkungen.

Im Interview für den Kurier am 1.1.2017 sagt er jetzt im O-Ton folgendes:“ Das wichtigste war, dass ich damals den Kopf völlig ausgeschaltet habe. Ich war total frei, bin einfach locker drauflos gesprungen. Das ist halt jetzt nicht mehr so. Je öfter man die Sachen zerklaubt, je mehr man nachdenkt und die Frage nach dem warum stellt, desto schwieriger wird es. …Es geht sicher leichter, wenn man sich nicht so hineinsteigert. ….Ich habe mit der Vergangenheit inzwischen abgeschlossen und alles hinter mir gelassen habe. Man kann sagen, dass ich die Karriere wieder von null angefangen habe. Ich sehe das Ganze als Neustart. Schauen wir, was diesmal dabei herauskommt“.

Der innere Dialog ist entscheidend. Dazu finden Sie im Blog vom 8.12.2016 „Das innere Spiel im Spitzensport“ weitere Informationen.

 

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Kopfsache – alles ist möglich

Heute möchte ich von einer Sportart berichten, die man als solche nicht unbedingt mit Leistungssport in Zusammenhang bringt. Es betrifft professionelles Bodybilding. Vermutlich wird Bodybuilding in der breiten Öffentlichkeit der Alpenländer deshalb nicht zum Leistungssport gezählt, weil es nicht die mediale Aufmerksamkeit hat. In unseren Breitengraden ist der Schirennsport, Schispringen und Langlauf wesentlich populärer, Teil unseres Selbstverständnisses eben.

Aber das wird zu Unrecht so gesehen. Auch beim Bodybuilding gibt es ein tägliches, immenses Trainingspensum, die Leute gehen immer ans Limit, sie arbeiten auf klare Ziele hin und messen sich in harten Wettkämpfen. Die Topleute sind richtige Schwerarbeiter mit strikten Ernährungs- und Trainingsplänen und haben einen eisernen Willen.

Aber warum erzähle ich das alles?

Weil auch hier die Trainings- und Wettkampfeinstellung, sowie mentale Konditionierung unverzichtbar ist auf dem Weg zum Erfolg.

Kürzlich wurde Jaqueline Maric aus Reutte in Tirol auf Anhieb Deutsche Bodybuilding Meisterin. Ihr Weg vom Couchpotato zur Topathletin ist bemerkenswert. Im Interview für die Tiroler Tageszeitung fasste sie zusammen:

„Das war reine Kopfsache. Nichts ist unmöglich, man kann alles erreichen, wenn man will. Der Körper kann alles schaffen. Es ist Dein Geist, den Du überzeugen musst.“

Inzwischen arbeitet die frisch gebackene Deutsche Meisterin bereits auf die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Bochum hin.

Diese klare Positionierung und Zielsetzung ist der Punkt für den Erfolg im Sport. Wer klare Ziele visualisieren kann, systematisch und fokussiert trainiert und seine Pläne diszipliniert umsetzen kann, der wird Erfolg haben.

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Das innere Spiel im Spitzensport – Innergame

Durch entspannte Konzentration zur Bestleistung

Thimothy Gallway ist ein US-amerikanischer Sportpädagoge der erkannt hat, dass den Herausforderungen im Äußeren(äußeres Spiel) das kritische Selbst(inneres Spiel) gegenübersteht. Seine ersten Publikationen waren zuerst dem Tennissport gewidmet, später kamen andere Sportarten – auch „Innergame of Skiing“ – hinzu. In der Folge transferierte er seine Techniken auch auf den Businessbereich. Der Grundgedanke ist dabei immer derselbe.

Im Schirennsport zum Beispiel muss der Sportler jene Techniken beherrschen und körperliche Fitness haben, um der Schneebeschaffenheit, Steilheit und Länge der Piste, der Geschwindigkeit bei Speedbewerben und der Linienführung bei Technikdisziplinen gewachsen zu sein. Das ist das „äußere Spiel“.

Das „innere Spiel“, das diesen Anforderungen gegenübersteht, stammt vom kritischen, emotionalen Selbst des Sportlers. Es sind Ängste, Selbstzweifel, Erwartungshaltung(Blog vom 10.08.2016 „Angst vor dem Versagen“), Ergebnisvorgaben des Umfelds und Nervosität. Diese Störfaktoren beeinträchtigen das Leistungsvermögen. Überwiegt dieser Stress, kann er  seine Fähigkeiten nicht abrufen und wird unter seinem Wert geschlagen.

Es ist für einen Menschen unmöglich sich einer Herausforderung zu stellen, ohne dass beide „Spiele“ zum Tragen kommen.

Gallway legte daher den Schwerpunkt der mentalen Intervention darauf, dass vermeidbare Selbstbeschränkungen(Störfaktoren) wie Anspannung, Selbstzweifel, Selbstkritik, Versagensängste durch Fokussierung auf Technik, Bewegung, Körpergefühl und psychologische Maßnahmen überwunden werden können.

Wenn der Sportler keine Zweifel hat, fließen seine Handlungen in einer Art mühelosen excellence, was als Flow bezeichnet werden kann. In solchen Momenten ist der Geist ruhig und konzentriert, alles läuft mühelos. Wenn er jedoch von Selbstkritik erfüllt ist,  Zweifel hat und sich seine Gedanken mit der Vermeidung von Fehlern beschäftigen, werden seine Handlungen verkrampft, mistimed und ineffektiv.

Die meisten Sportler versuchen, ihre Leistungsfähigkeit durch verstärktes Training zu steigern. Sie sollten sich aber zum Ziel setzen, gleichzeitig mit dem Aufbau der körperlichen und technischen Leistungsfähigkeit die mentale Stärke zu konditionieren. Das bedeutet die Aufmerksamkeit vom Fehlervermeiden wegzunehmen und sich auf das Wahrnehmen und Beobachten der eigenen Handlungen hinzulenken.

Die Erfolgsformel lautet:   Leistung = Potential – Störfaktoren

 

 

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Erfolgschance Niederlage

Als Nikki Lauda bei den diesjährigen „Laureus World Sport Awards“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde hat er folgenden Satz gesagt:  „Ich widme diesen Preis den Verlierern, denn ich habe aus Niederlagen immer am meisten gelernt“.

Das ist eine interessante Feststellung von einer Person, die wir ein Leben lang als Erfolgsmenschen im Sport und Business wahrgenommen haben. Aber er hat auch einige Misserfolge hinnehmen müssen, die hinlänglich bekannt sind.

Schon in unserer Kindheit werden wir auf Erfolg programmiert und getrimmt. Fehler müssen vermieden werden und wenn es doch passiert, dann sollte es möglichst verschwiegen oder anderen die Schuld zugewiesen werden. Wir lernen auch von Klein auf, möglichst keine Verantwortung zu übernehmen.

Der Weg zum Ziel beginnt in dem Augenblick, wo Du die volle Verantwortung übernimmst“-Dante

„Wir haben in unserer Gesellschaft keine Kultur des Scheiterns. Dabei ist es so wichtig, es als etwas Positives zu sehen, wenn man Fehler macht“, sagt die Psychologin Mag. Pamela Obermaier.

Warum wohl? Wir können nicht aus Erfolgen lernen , sondern nur aus Fehlern und Misserfolgen. In der Niederlage steckt das Wachstumspotential! Nicht umsonst heißt es in dem Spruch: Aus Schaden wird man klug.

“Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden” – Sokrates

Dominic Thiem, 22 Jahre alt, hat sich sehr früh in den Top 10 der Welt etabliert(das Durchnittsalter ist dort bei knapp 30 Jahren). Thiem hat Ende März in Miami ein Spiel gegen die Nummer 1 der Welt, Novak Djokovic, verloren. Und trotzdem hat er gewonnen. Erstens weil es ganz knapp war, zweitens weil internationale Experten sein Spiel gelobt haben und drittens weil er seine Niederlage in eine Kampfansage umgewandelt hat: “Ich kenne jetzt die Sachen, an denen ich noch arbeiten muss“ .

 

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