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Kategorie: Führungskräfte

Heißes Eisen konstruktive Kritik

Unter dem Titel „Lob und Anerkennung“ habe ich im Blog vom 5.12.2016 zu diesem Thema geschrieben. Dieses Mal geht es um das heikle Thema Kritik.

Um es vorweg zu nehmen: Richtig zu kritisieren wird nur von wenigen Menschen beherrscht. Zu sehr spielen Eitelkeit, Komplexe, Selbstüberschätzung, aber auch schlichte Dummheit auf beiden Seiten eine große Rolle.

Einem Mitarbeiter Lob und Anerkennung zu zollen ist eine angenehme Übung, obwohl auch da einiges richtig gemacht werden sollte. Wenn aber etwas schief gegangen ist, muss mit Kritik eingegriffen werden, um weiteren Schaden für das Unternehmen zu verhindern.

Die notwendig gewordene Korrektur für das Fehlverhalten sollte vor allem als Chance für beide Seiten verstanden werden und nicht auf eine Vernichtung von Human Ressource hinauslaufen.

Was heißt das?

Konstruktive Kritik sollte immer Aufklärung und  Hinweise zur Verbesserung bedeuten und nicht Angriff auf die Person.

Mark Twain meinte dazu: „Ich habe kein Problem mit Kritik, aber sie muss mir gefallen“.

Der Punkt ist, dass Kritik, auch wenn sie berechtigt oder gut gemeint ist, nie angenehm ist. Sie muss deshalb richtig ankommen, um etwas bewirken zu können.

Zuerst dazu Grundsätzliches:

  • Eine gute Vorbereitung für die richtigen Informationen zur Sachlage sind essentiell
  • Klare Fragen, sachliche und präzise Formulierungen und Öffnung für Gegenargumente schaffen eine Verständigungsgrundlage.
  • Ziel ist eine funktionierende Lösung aus dem Ergebnis von Argumenten und Gegenargumenten

Und jetzt ein paar Spieregeln:

  • Kritisieren Sie immer aus aktuellem Anlass aber nie im Affekt. Da ist zu viel Emotionalität im Spiel
  • Kontrollieren Sie Ihre Körpersprache indem sie abwertende Gesten, Nasenrümpfen, rollende Augen, oder Kampfhaltung unterdrücken
  • Vermeiden Sie Verallgemeinerungen und Präzisieren Sie das Problem
  • Unterlassen Sie den persönlichen Angriff auf die Person, sprechen Sie besser in der ICH-Form, so wie Sie die Sache sehen
  • Zeigen Sie klar auf, wie die Möglichkeiten der Korrektur aussehen und räumen Sie der Person die Chance zur Verbesserung ein
  • Räumen Sie der Person die Möglichkeit ein, eine Erklärung zur Sache abzugeben
  • Versuchen Sie nach Möglichkeit eine gemeinsame Lösung zu finden
  • Vermeiden Sie Kritik im Beisein Dritter oder einem Team, es sei denn, dass es kollektive Arbeit war

 

Wenn diese und mögliche weitere Spielregeln beachtet werden, wird aus Kritik eine Chance und aus dem Verunsicherten vielleicht in Zukunft ein verantwortungsvoller und motivierter Mitarbeiter im Dienste des Unternehmens.

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Lob und Anerkennung richtig gemacht

Lob und Anerkennung sind nicht dasselbe – auch wenn beide Begriffe häufig synonym verwendet werden:

Lob…ist zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung aus aktuellem Anlass. Die gelobte Person soll unbedingt wissen, wofür das Lob erhalten wurde. Loben kann der Chef, Kollegen, oder Kunden. Es ist vergleichbar mit spontanem Schulterklopfen.

Anerkennung…ist eine Haltung gegenüber der betroffenen Person, wenn die regelmäßige Qualität einer bestimmten Leistung respektiert und geschätzt wird. Anerkennung bezieht sich nicht auf den Einzelfall, sondern beurteilt das Gesamtbild. Sie kann verbal, oder in Form von Zuwendungen erfolgen.

Lob und Anerkennung für erfolgreiche Arbeit ist Teil eines kultivierten und wertschätzenden Umgangs mit dem Mitarbeiter und sind ein mächtiges Instrument, um Menschen zu motivieren und ihr Verhalten zielorientiert zu verändern.

Motivierte Mitarbeiter sind eine der tragenden Säulen in einem erfolgreichen Unternehmen. Sie erleben ihre Arbeit als sinnstiftend, identifizieren sich mit den Unternehmenszielen, übernehmen Verantwortung und tragen zu einem guten, leistungsorientierten Betriebsklima bei.

Es gibt Mitarbeiter, die sich aus eigenem Antrieb motiviert den gestellten Aufgaben widmen (intrinsisch), andere wiederum brauchen Zuwendung und Bestätigung(extrinsisch). In beiden Fällen ist angemessenes Lob und Anerkennung unverzichtbar um „den Karren am Laufen zu halten“.

Richtig zu loben – auch Anerkennung ist damit gemeint – ist allerdings eine Kunst:

  1. Lob muss ehrlich sein und es muss klar vermittelt werden, womit es verdient wurde
  2. Lob muss emotional sein und die Begegnung auf Augenhöhe stattfinden

Wenn darauf geachtet wird, wird man damit einen wichtigen Beitrag zu Loyalität und Verantwortungsbewusstsein seiner Mitarbeiter leisten.

„Tadeln ist leicht, deshalb versuchen sich so viele darin. Mit Verstand zu loben ist schwer, darum tun es so wenige.“           (Anselm Feuerbach)

Die „Substanz“ von Lob und Anerkennung:

  1. Zeigen Sie Interesse

Zeigen Sie, dass Sie sich wirklich dafür interessieren, was der Betroffene macht, oder erreichen will. Stellen Sie Fragen, loben Sie und bewundern Sie.

  1. Lassen Sie Wertschätzung erkennen

Vermitteln sie die Bedeutung des Ganzen die Wichtigkeit des einzelnen Beitrages daran.

  1. Bitten Sie um Rat

Kaum jemand kann der Bitte widerstehen, sein Können und Wissen weiterzugeben, wenn er darum gebeten wird. Es erhöht.

  1. Zeigen Sie Dankbarkeit

Dankbarkeit verstärkt die Bereitschaft zu helfen bei all denen, die gerne helfen, zum Wohle des Unternehmens.

  1. Geben Sie zurück

Revanchieren Sie sich und zeigen Sie damit, wie wertvoll der vorherige Gefallen, oder die gezeigte Leistung, tatsächlich für Sie war.

  1. Überraschen Sie

Seien Sie kreativ und gehen Sie – wenn Überdurchschnittliches geleistet wurde – mit Dank und Anerkennung auch über Durchschnittliches hinaus.

 

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Erfolgschance Niederlage

Als Nikki Lauda bei den diesjährigen „Laureus World Sport Awards“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde hat er folgenden Satz gesagt:  „Ich widme diesen Preis den Verlierern, denn ich habe aus Niederlagen immer am meisten gelernt“.

Das ist eine interessante Feststellung von einer Person, die wir ein Leben lang als Erfolgsmenschen im Sport und Business wahrgenommen haben. Aber er hat auch einige Misserfolge hinnehmen müssen, die hinlänglich bekannt sind.

Schon in unserer Kindheit werden wir auf Erfolg programmiert und getrimmt. Fehler müssen vermieden werden und wenn es doch passiert, dann sollte es möglichst verschwiegen oder anderen die Schuld zugewiesen werden. Wir lernen auch von Klein auf, möglichst keine Verantwortung zu übernehmen.

Der Weg zum Ziel beginnt in dem Augenblick, wo Du die volle Verantwortung übernimmst“-Dante

„Wir haben in unserer Gesellschaft keine Kultur des Scheiterns. Dabei ist es so wichtig, es als etwas Positives zu sehen, wenn man Fehler macht“, sagt die Psychologin Mag. Pamela Obermaier.

Warum wohl? Wir können nicht aus Erfolgen lernen , sondern nur aus Fehlern und Misserfolgen. In der Niederlage steckt das Wachstumspotential! Nicht umsonst heißt es in dem Spruch: Aus Schaden wird man klug.

“Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden” – Sokrates

Dominic Thiem, 22 Jahre alt, hat sich sehr früh in den Top 10 der Welt etabliert(das Durchnittsalter ist dort bei knapp 30 Jahren). Thiem hat Ende März in Miami ein Spiel gegen die Nummer 1 der Welt, Novak Djokovic, verloren. Und trotzdem hat er gewonnen. Erstens weil es ganz knapp war, zweitens weil internationale Experten sein Spiel gelobt haben und drittens weil er seine Niederlage in eine Kampfansage umgewandelt hat: “Ich kenne jetzt die Sachen, an denen ich noch arbeiten muss“ .

 

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Gedächtnisschaden durch Stress

Gedächtnisschaden durch Stress

Manager haben eine verantwortungsvolle Tätigkeit und Stress ist ständiger Begleiter bei der Arbeit, der Erfolgsdruck ist groß.

Es ist hinlänglich bekannt, dass bei Stress das Hormon Cortisol ausgeschüttet wird. Es treibt an, munitioniert auf, lässt länger durchhalten, aber es hat auch schädliche Wirkungen. Abgesehen vom unverhältnismäßigen Energieverzehr, beeinträchtigt Cortisol die Gedächtnisleistung.

Bisher hatte man geglaubt, es stört den Verarbeitungsvorgang vom Erwerb über die Phase des Verdichtens und Abspeicherns von Informationen, bevor die Informationen wieder abgerufen werden können.

Ein Forscherteam um den Mediziner Dominique de Quervain an der Universität Zürich wies in einer Studie nach, dass das Stresshormon Cortisol nicht das Abspeichern von Informationen stört, sondern deren Verfügbarkeit. Das erklärt den Effekt – wer hat das nicht schon selbst erlebt – dass normalerweise verfügbare Wissen unter Stress nur schlecht, oder im Extremfall gar nicht abrufbar ist. Sogar der gewünschte Wortschatz ist manchmal reduziert.

De Quervain will weiter untersuchen, welche möglichen Schäden das Gedächtnis durch Dauereinwirkung von Cortisol erleiden kann, wie es etwa bei chronischer Depression vorkommt.

Das zeigt wieder einmal mehr als deutlich, dass wie wichtig es ist, negativen Stress zu vermeiden und Belastung und Regeneration im Gleichgewicht zu halten, um das Anschleichen eines Burnout mit all seinen Erscheinungsformen zu verhindern. Burnout ist heutzutage „Trend“ und entsteht immer durch anhaltenden Stress ohne ausgleichende Entspannung, sowie das Fehlen von positiven Ergebnissen und Anerkennung über einen längeren Zeitraum.

E.S. 8.02.2016

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