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Schlagwort: fokussieren

Freier Kopf – starker Fokus

Über Andreas Felder, Manuel Fettner, Thomas Diethart……….

Andreas Kofler rechnete nach seinen Leistungen in der letzten Saison eher an ein Karriereende, als mit einer Rückkehr an die Weltspitze.

Auf der Suche nach der Leichtigkeit früherer Tage hat er über den Sommer fast alles auf den Kopf gestellt. Er hat noch einmal von vorne begonnen und sich auf ganz neue Sachen eingelassen. Er hat sich die Unbeschwertheit der Jungadler abgeschaut. „ Wenn Du noch jung bist, machst Du Dir noch nicht so viel Gedanken und gehst alles lockerer an“. (Kurier 7.12.16)

Der Tiroler war immer einer der größten Tüftler. Die Suche nach dem perfekten Material und dem idealen Stil hat ihn viel Kraft gekostet und letztenendes verunsichert. „dadurch ist der Spaß flöten gegangen und ich war deprimiert“

Mit seinem neuen Motto springt der Tiroler jetzt wieder eindeutig besser: “Ich schaue einfach, wie weit ich komme“. Er platzierte sich in den Top 10 bereits als 8. /6. /8. Und hat wieder viel Freude am Springen.

Manuel Fettner ist nach insgesamt 15 Jahren Weltcup und seinem jetzt zweiten 3. Platz nach sechs Jahren Durststrecke extrem dankbar und glücklich. Warum er gerade in diesem Winter wieder zu neuen Erfolgen abhebt erklärt er knapp:“Ich konzentriere mich auf das Wesentliche und bin konsequent am Streichen von Sachen“.

Früher verzettelte er sich in den Material- Anzug- Schuh- oder Bindungsdetails, bis er gemerkt hat, das er seine Trainingsarbeit allgemeiner halten muss. Er änderte den Umfang seines technischen Trainings und ließ auch anderes in sein Leben: „Ich habe gelernt, mehr auf mich zu hören und Entscheidungen für mich zu treffen“. (TT 28.11.16)

Er ist jetzt wieder frei im Kopf, locker und mit mehr Freude bei seinem geliebten Sport. Er grübelt jetzt nicht mehr über die gemachten Fehler der Vergangenheit und versucht krampfhaft sie zu vermeiden, sondern ist mehr darauf konzentriert, was er richtig machen kann. So springt es sich im wahrsten Sinne des Wortes leichter und weiter.

Mit dieser neuen Motivation und seiner Routine, sprang er gleich beim ersten Bewerb in Kuusamo/Finnland auf das Stockerl. Das gibt neue Sicherheit und das Selbstvertrauen ist wieder zurück.

Thomas Diethart gelang 2013/2014 innerhalb kürzester Zeit der Aufstieg vom Kontinentalcup-Springer zum Tourneesieger. Im gleichen Jahr holte er Silber mit dem Team. Dann ging es unaufhaltsam bergab. Derzeit springt er im FIS-Cup.

Es folgte ein schwerer Sturz in Brotterode und ein weiter im Training in Stams. Am Tiefpunkt begann er zu grübeln: Warum ist das passiert?Was hat nicht gepasst?Liegt der Fehler bei mir?…..Es waren Kleinigkeiten die nicht mehr gepasst haben. Aber beim Schispringen haben Kleinigkeiten große Auswirkungen.

Im Interview für den Kurier am 1.1.2017 sagt er jetzt im O-Ton folgendes:“ Das wichtigste war, dass ich damals den Kopf völlig ausgeschaltet habe. Ich war total frei, bin einfach locker drauflos gesprungen. Das ist halt jetzt nicht mehr so. Je öfter man die Sachen zerklaubt, je mehr man nachdenkt und die Frage nach dem warum stellt, desto schwieriger wird es. …Es geht sicher leichter, wenn man sich nicht so hineinsteigert. ….Ich habe mit der Vergangenheit inzwischen abgeschlossen und alles hinter mir gelassen habe. Man kann sagen, dass ich die Karriere wieder von null angefangen habe. Ich sehe das Ganze als Neustart. Schauen wir, was diesmal dabei herauskommt“.

Der innere Dialog ist entscheidend. Dazu finden Sie im Blog vom 8.12.2016 „Das innere Spiel im Spitzensport“ weitere Informationen.

 

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Der Weg zum Erfolg

Herausforderung Neustart

Christoph Nösig(31), Riesentorlaufspezialist, war nie so richtig der Durchbruch an die Spitze gelungen, aber er war Österr. Staatsmeister, Siege und Top 10 Plätze im Europacup, sowie Top 10 Plätze im Weltcup und Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften 2015 in Vail im Mannschaftsbewerb.

Die letzten Jahre hat er mit Abstimmungsproblemen gekämpft. Heuer, mit neuem Material, will noch einmal voll durchstarten.

Er ist einer, der bei Trainingsläufen „bei der Musi“ ist, im Rennen aber sein Potential nicht auf die Piste bringt. Heute sagt er: „Wenn ich etwas aus der Vergangenheit weiß, dann das, dass man sich von guten Trainingsleistungen nichts kaufen kann. Es zählt einzig und alleine das Rennen“(Interview TT 14.10.2016).

Da hat er recht, aber auch nicht! Natürlich zählt am Ende des Tages nur der Erfolg, aber grundsätzlich kann man sagen, dass im Rennen nur das möglich ist, was man vorher im Training gebracht hat.

Es gibt viele Möglichkeiten, das Training so zu gestalten, dass der Sportler zum Siegläufer werden kann:

  • die individuellen Fähigkeiten des Sportlers werden gezielt gefördert
  • das Trainingspensum ist gegenüber der Konkurrenz erhöht
  • durch individuelle, extensive Wettkampftrainings bekommt der Sportler die „Rennhärte“
  • die körperliche Fitness und mentale Konditionierung wird optimiert

Mit dieser körperlichen und mentalen Aufbauarbeit stellen sich Erfolgserlebnisse ein und das Selbstvertrauen wird vertieft, die mentale Stärke für den Wettkampf entwickelt sich. Nur mit mentaler Stärke ist der Sportler imstande, beim Wettkampf im Vertrauen in seine Fähigkeiten ans Limit zu gehen. Mentale Stärke ist trainierbar.

Es ist wichtig ein Ziel zu haben und siegen zu wollen, aber im Rennen kann nichts erzwungen werden, die „Brechstange“ macht mehr kaputt, als sie möglich macht. Es ist kontraproduktiv sich selbst am Start unter Druck zu setzen. Die Folge ist ein „Ergebnisdenken“ mit Versagensangst und führt zu „Stressbremsen“ im Bewegungsablauf. Erfolgversprechender ist es, sich auf die Herausforderungen des Laufs zu fokussieren, sich selbst positiv zu regulieren und selbstbewusst ans Limit zu gehen.

Wer diese mentalen Fähigkeiten beherrscht, der beherrscht auch den Bewerb.

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